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Freitag, 28. August 2026

Baltikum 2026 - Tallinn

Das Ende unseres Drei-Länder-Trips bahnte sich (im wahrsten Sinne des Wortes) an, als wir den Zug nach Tallinn bestiegen. Das Fortbewegungsmittel unserer Wahl hat sich bei unseren Fahrten als zuverlässig und gute Option bewährt. Die Bahnen waren alle pünktlich und wir fuhren durch wirklich schöne Landschaften, die auch Abseits der großen Städte, die Neugierde weckte. Auf der Fahrt nach Tallinn, bzw wenn man die Grenze nach Estland überqueren möchte, muss man aber beachten, dass es einen Umstieg an der Grenze erfordert. Keine große Sache, weil der Zug der estnischen Bahngesellschaft, im Idealfall, am gegenüberliegenden Bahnsteig bereits wartet. In unserem Fall jedoch mussten wir etwa eine vierte Stunde warten, was aber bei bestem Wetter eher eine willkommene Abwechslung war. Der einzige Haken war, dass der Zug in Riga um ca 11.30h ging, was für den morgentlichen Ablauf sehr angenehm war, wir aber dafür erst nach 18h in Tallinn ankamen. 

Bahnhof Valga 

Eine Droschke war schnell organisiert und so waren wir bald im Hotel Mövenpick, unserer Bleibe für die letzten drei Nächte. Mangels Planbarkeit eines Abendessens, haben wir es spontan im hauseigenen Restaurant zu uns genommen, was sich als gute Wahl herausstellte.

 

 

 Da waren wir nun

Die langen Midsommer Tage erlaubten uns danach noch eine gute Weile auf Erkundungstour zu gehen. Die Altstadt, auch hier Weltkulturerbe, war etwa 10/15min Fußmarsch entfernt und unser Ziel für die nächsten Stunden. Was uns ziemlich schnell auffiel: Es war deutlich voller und das Publikum ein anderes als in Riga und Vilnius. Mehr Vergnügunssuchende und Pauschalreisende, wie uns schien. Die Kneipen und Restaurants an den Hotspots waren gut gefüllt mit Menschen jeden Alters und verschiedener Sprachen. Ein Grund dürften auf jeden Fall die Fährverbindungen nach Finland und Schweden sein, wo man innerhalb weniger Stunden übersetzen kann, wie wir am nächsten Tag erleben sollten.


 Blick in die abendliche Altstadt

Die Altstadt, Vanalinn genannt, besteht eigentlich aus zwei Teilen: Einmal die Unterstadt, wo sich heute die ganzen Läden und Restaurants befinden, und mittendrin, auf einem Hügel, dem sogenannten Domberg bzw Toomepa, der ursprünglich der Stadtkern war. Die Unterstadt ist von einer Mauer umgeben, die in Teilen noch erhalten ist. Am schönsten sicherlich im Bereich um die Lehmpforte im Westen. Sie war die Heimat der Handwerker und Kaufleute. 

 
 

 Entlang der Stadtmauer

Weiter oben, kommt man dann zum Domberg, der nochmals mit einer Mauer umgeben ist und der Sitz des Adels war. Ein der Zugänge ist der Turm "Pikk Jalg". Dieses Stadttor wurde im 15.Jh gerne von den Unterstädtern abgeschlossen, um zu verhindern, dass u.a. der Adlige Johann von Schoten nachts die Handelskarawanen überfiel, was er gerne und häufig versuchte um seinen Reichtum zu mehren. Irgendwann wurde ihm das auch zum Verhängnis, als ihm die Kaufleute einen Hinterhalt bereiteten den der am Ende nicht überlebte.

 Pikk Jalg

Auf dem Domberg fanden wir einige Botschften und Konsulate, u.a. von Deutschland und Monaco. Aber dafür nimmt man den Weg hinauf nicht in in Kauf. Der Ausblick von verschiendenen Aussichtspunkten ist grandios. Man kann im Prinzip die ganze Stadt überblicken, aber Abends ist sicherlich die Sicht nach Osten die schönste, wenn die Dächer und Gebäude in der Abendsonne golden glänzen. Ein weiterer Ort auf dem Domberg, der einen Besuch wert ist, ist die Alexander Nevski Kathedrale, direkt gegenüber des estnischen Parlaments. 

 
 
 

 Ausblicke vom Domberg

Wir kamen dann an den "Dänischen Garten, der direkt an der Mauer des Domberg liegt. Hier soll der "Dannebrog", die dänische Flagge, ihren Ursprung haben. Der Legende nach soll sie bei der dänischen Belagerung der Stadt im Jahr 1219 vom Himmel gefallen sein und so das Schicksal zu Gunsten der Dänen gewendet haben, die bis 1346 den Norden Estlands besetzt hielten. Eine Skulptur erinnert noch heute daran und jedes Jahr am 15. Juni wird dieses Ereignis gefeiert. Sie ist heute die am längsten ununterbochen verwendete Staatsflagge der Welt. Das Ganze seit 1625. 

 Where the magic happened

In der Unterstadt hat uns der Rathausplatz, abgesehen von den vielen Restaurants mit Außengastronomie, gut gefallen. Das alte Rathaus mit seiner markanten Architektur ist der Blickfang, aber es lohnt auch ein Blick in die Seitenstraßen und Ecken. An einer befindet sich die Raeapteek, die Ratsapotheke. Sie ist seit mindestens 1422 ununterbrochen in Betrieb und war 10 Generationen lang im Besitz der gleichen Familie: den Burcharts. Die jeweils ältesten Söhne hießen immer Johann. Einer stach dabei heraus, nämlich Johann V. Er hatte sich der Alchemie verschrieben und sammelte auch verschiedene Kuriositäten, die teilweise noch im kleinen Museum im hinteren Bereich der Apotheke besichtigt werden können.

 

 Rathaus(Platz)

Während wir so durch die Altstadt schlenderten und die ganzen prachtvollen Häuser betrachteten, überlegten wir, wie wichtig doch die Zugehörigkeit zum Hansebund gewesen sein muß, ohne die dieser Wohlstand und die Klasse nicht möglich gewesen wäre. Tatsächlich war es nämlich so, dass Tallinn bzw Reval, wie es damals hieß, mit Riga ein Monopol auf den Handel mit dem Zarenreich und insbesondere der Handelsstadt Novgorod hatten. Waren mussten in Reval oder Riga entladen und verzollt werden bevor sie weiter nach Russland transportiert wurden. Hauptgüter waren dabei Salz, Wein und eingelgter Fisch von West nach Ost, und von Russland kamen vor allem Pelze und Wachs. Der daurch entstandene  Reichtum wurde eben in repräsentative Bauten gesteckt und durch die Stadtmauern geschützt. Heute haben wir das Glück einen Teil dessen zu erleben was damals geschaffen wurde und manchmal weiß man gar nicht wo man anfangen soll. Die "drei Schwestern" in der Pikk 71 gehören dabei sicherlich zu den bekanntesten Bauwerken. Ähnlich wie in Riga, die drei Brüder, bestehen sie aus drei direkt aneinander gebauten Häusern, die Ende des 14./Anfang des 15Jh. entstanden.

 Die drei Schwestern

Ein weiteres Gebäude, das sich an der Pikk 26 befindet, ist das Schwarzhäupterhaus. Es war der Versammlungsort der Schwarzhäupter, einer Vereinigung von unverheirateten Kaufleuten im Baltikum. Ihr Zweck war, wie man es heute wohl nennen würde: das Networking. Man knüpfte Kontakte und versuchte seinen Einfluß zu mehren. Sobald man heiratete trat man der "Großen Gilde" bei. In Riga hatten wir schon den Sitz der örtlichen Schwarzhäupter gesehen und erst später festgestellt, dass sie in der Region vielfach vertreten waren. Unweit davon befindet sich auch das russische Konsulat vor dem es auch wieder unheimlich viele Solidaritätsbekundungen für die Ukraine gibt.

 Die Pforte des Schwarzhäupterhaus

Das Wetter war in Tallinn so, wie man es sich nur wünschen kann. Sonnig und nicht zu warm. Wir nutzten es für einen ausgedehnten Ost-West-Erkundungstrip. Angefangen haben wir dabei in Kadriorg. Unser Ziel war der Park, der neben allerlei Grün, auch einige interessante Gebäude auf seinem Gelände vereint. Kadriorgs deutscher Name ist Katharinental. Der Name rührt daher, dass Zar Peter I., nachdem er Estland von Schweden erobert hatte, dort seine Sommerresidenz bauen ließ und sie nach seiner zweiten Eherfrau benannte. Im gleichnamigen Schloß befindet sich heute das Museum für ausländische Kunst. Nicht weit entfernt liegt ein kleines Palais in dem der estnische Staatspräsident seinen Amtssitz hat. Wie bodenständig alles gehandhabt wird zeigt nicht nur die Tatsache, dass dort jeder Mensch langlaufen darf (man darf nur nicht die Treppen ohne Autorisierung hinauf, denn dann wird das Wachpersonal aktiv), sondern auch die Bienenstöcke in unmittelbarer Nähe dazu. Der Park selbst ist ein klassischer Lustgarten in Blickrichtung des Schlosses, aber abseits davon schön naturbelassen. Pflanzen wachsen ungestört und während unserer Anwesenheit grünte und blühte es überall. Ein Höhepunkt ist der japanische Garten, der wiederum nach den Vorstellungen eines bekannten japanischen Landschaftsgärtners gestaltet wurde und den Kreis des Lebens symbolisiert. 

 
 
 

 Kadriorg und der japanische Garten

Von dort ist es ein Katzensprung zur Ostsee und wir nutzten es für ein kleines Sonnenbad am Stadtstrand. Der Blick geht hinaus aufs Wasser und auf den Fährhafen, wo ständig Schiffe an- und ablegen. Neben regulären Fahren nach Helsinki, Schweden und Lettland, lagen auch einige große Pötte an, die wohl auf Ostseekreuzfahrt hier anlegen. Dort konnten wir mal erleben wie effizient dieses ganze Business abläuft. Mein Eindruck vom Vorabend täuschte mich nicht, denn die Fähren spuckten hunderte von (vermutlich) Wochenendtouristen aus, die praktischerweise von der Fähre gleich in eines der reedereieigenen Hotel eincheckten, die sich 10Min entfernt vom Anleger befinden. Tallink und Viking Line sind nur zwei, die das rundum Sorglos Paket anbieten, das rege genutzt wird.

 

 Schnell einchecken...

Was haben die Olympischen Spiele mit Tallinn zu tun? Das sollten wir kurz darauf erfahren, denn direkt neben dem Fährhafen befindet sich ein "Lost Place", nämlich die Linnahall. Sie wurde anlässlich der 1980er Olympischen Spiele erbaut. Als Moskau 1973 den Zuschlag erhielt, entschied man die Segelwettbewerbe an der Ostsee abzuhalten. Neben des Hauptsaals mit Platz für ca 5000 Menschen, beherbergte sie eine Eissporthalle und ein großes Foyer in dem bis in die frühen 2000er Jahre Ausstellungen stattfanden. Vom Dach der Halle hat man einen schönen Blick auf den Hafen und die Ostsee. Jedoch ist ihre Zukunft ungewiss, da wohl noch nicht klar ist, was man mit ihr anfangen soll. Aber sie war eigentlich nur ein Prestigeobjekt um das üppige Budget auszuschöpfen und hatte wenig mit der Veranstaltung zu tun. Die eigentlichen Wettbewerbe fanden 3-4km weiter nördlich am Strand von Pirita statt, wo das Olympische Segelzentrum lag und sich noch heute der Yachthafen befindet.

 
 

 Linnahall

Entlang des Ufers konnten wir noch die alte Festung Patarei sehen, die jedoch die längste Zeit ihrer Existenz gefürchtetes Gefängnis war. Seien es die Russen oder Deutschen gewesen, verbreitete der Name lange Zeit Angst und Schrecken, weil dort die Willkür über Rechtstaatlichkeit herrschte. Das Museum konnten wir jedoch nicht besuchen, weil es derzeit renoviert wurde. Direkt nebenan liegt das Seefahrtmuseum, wo man einige der Exponate aufgrund der Größe einfach draußen aufgestellt hat. 

 

 Marinemuseum

Wir erreichten das Noblessner Hafenviertel. Vor über hundert Jahren gründeten dort Alfred Nobels Neffe Emanuel und Alfred Lessner die wichtigste U-Boot Werft Russlands. Trotz voller Auftragsbücher ging die Werft Pleite, weil die Oktoberrevolution die Orders für U-Boote obsolet machte. Später wurde die Werft für verschiedene Tätigkeiten rund um Schiffsbau und -reparatur genutzt. Seit 2013 wurde das Gelände aber neu gestaltet und in ein Wohn- und Kulturviertel umgebaut. Davon konnten wir uns mit eigenen Augen überzeugen und feststellen, dass es durchaus gelungen ist und die Lage eine Menge Lebensqualität vermittelt.

 

 Noblessner

Abends haben wir dort Matthias Diether in seinem Restaurant 180° besucht. Wer uns kennt, weiss, dass wir gerne schöne Restaurants besuchen. Matthias Diether haben wir bei Kitchen Impossible erlebt und dort hat das Restaurant unsere Neugierde geweckt. Die beeindruckenden Räumlichkeiten waren der richtige Rahmen für das was uns später serviert wurde. Ein kreatives wie nahbares Team haben uns einen sehr gelungenen Abend bereitet. 

 

 

 180°

Was uns die ganze Zeit schon sehr beeindruckte, nicht nur in Tallinn, sondern auch in den beiden vorangegangenen Städten, waren die vielen Grünflächen. Sicherlich auch nicht unerheblich dadurch begünstigt, dass es im Baltikum im Schnitt 14 Tage im Monat regnet, gibt es dennoch auffällig viele Parks, Wiesen und Wälder. Auch in Tallinn war es nicht anders und wir haben neben dem großen Park in Kadriorg noch ein paar kleinere durchquert. Wenn man dann an den Stadtrand kommt, fängt praktisch schon der Wald an und die Häuser vor den vielen Bäumen zu sehen war einfach beruhigend und hat uns auch etwas neidisch gemach. Während die Natur direkt hinter dem Haus beginnt, kann man vorne ins Auto steigt und in 10 Min in die Stadt fahren. Dazu noch die Nähe zum Wasser... Viel mehr Lebensqualität geht kaum. 

 

 Auch wieder Straßenbahnen 

In der Nähe des Hauptbahnhofs befindet sich das Viertel Kalamaja. Es ist bekannt für seine alten Holzhäuser in denen früher Arbeiter wohnten. Später kamen Studenten und Hippies, und heute findet man dort auch Galerien und Gastrobetriebe. Als wir uns etwas treiben ließen, kam es uns vor, als wären wir in die Vergangenheit versetzt worden. Wären nicht die modernen Autos und gelegentlich die Essenslieferanten auf ihren Pedelecs vorbeigefahren, hätten wir uns sicherlich nicht gewundert, wenn jemand barfuß und kohleverschmiert aus einem Eingang getreten wäre. 

 
 
 

 Was in Riga die Jugendstilhäuser waren, waren hier die Holzhäuser 

In den alten Lokschuppen und Werkhallen, direkt hinter den Gleisen des Bahnhofs hat sich die Creative City Telliskivi angesiedelt. Der in Anlehung an die Ziegelsteinbauten benannte Campus ist heute Treff für Jung und Alt wenn sie sich für Kleinkunst, Antik- und Trödelläden, Cafés und Restaurants interessieren. Es gibt eine Ladengalerie mit kleinen Shops von estnischen Designern und auch Secondhand Läden. Uns hat es ein wenig an die LX Factory in Lissabon erinnert, vor allem auch weil an beiden Orten ein Werk von Bordalo II hängt. Apropos Bordalo, der ja ein bekannter Streetart Künstler ist. Viel Streetart fanden wir in Tallinn nicht. Vereinzelte Werke an Hauswänden ja, aber eine große Dichte konnten wir nicht feststellen.

 
 
 
 

 CC Telliskivi

Wie gesagt, wir hatten den Eindruck, dass deutlich mehr Touristen unterwegs waren. Seien es die "Kreuzfahrer" oder aber Wochenendbesucher aus Finnland, die in ca 2 Std rüberkommen und wo das Feiern (u.a. Alkohol) deutlich günstiger ist als in der Heimat. Wir jedenfalls begegneten viel mehr Sprachen als in Riga oder Vilnius und es war auch gefühlt voller. Vielleicht aber kommen die Menschan auch zum shoppen und wegen der vielfältigen Freizeitmöglichkeiten nach Tallinn. In der Stadt ist uns auch aufgefallen, dass viel gebaut und restauriert wird. Überall wurd gebraben und gemauert. Ein bereits fertiges Projekt ist das Rotermann kvartal (Rotermann Viertel). Dort wo vor hundert Jahren, an einem Verkehsrknotenpunkt der Stadt, noch Fabrik- und Lagerhallen standen, ist inzwischen ein modernes Wohn- und Lifestyleviertel entstanden. Es ist natürlich überwiegend dem Konsum gewidmet, aber die abwechslungsreiche Architektur und die Integration alter Bauten in ein neues Lebensgefühl kann man durchaus als gelungen bezeichnen. 

 
 
 
 
 

 Rotermann

Unseren letzten Abend verbrachten wir dann wieder an einem Ort des Genusses. Er liegt am Stadtrand und die Fahrt dorthin hatte ich weiter oben schon beschrieben, als wir schon die Wälder um Tallinn sehen konnten. Wir haben das NOA Chef's Hall besucht, das uns bei Kitchen Impossible aufgefallen war, und wo nicht nur die Lage direkt am Wasser, sonder auch die Verwendung des Flambadou unsere Neugierde geweckt hatte. Gut gefallen hat uns, dass dieses Gerät nicht einfach nur versteckt in der Küche genutzt wird, sondern als Showelement Teil des gesamten Erlebnisses wird. Wir wurden direkt am offenen Feuer Zeuge, wie es verwendet wird und bekamen auch gleich eine Kostprobe welchen Geschmack es erzeugt. Der Rest war auch sehr gelungen und wir wurde mehrere Stunden mit Köstlichkeiten aus Estland verwöhnt.

 
 
 

 NOA

Ja, und das war unsere kurze Stippvisite ins Baltikum. Wir hatten den Gedanken schon einige Jahre vor uns hergeschoben, aber weil die Bucket List i.d.R. nicht kürzer sondern länger wird, verschoben sich auch die Prioritäten. Wir sind froh nun endlich mal dort gewesen zu sein, denn alle drei Städte haben ihren eigenen Reiz und eine eigene Identität. Vilnius ist vielleicht die "ruhigste" aber auch entspannteste Stadt zum bereisen. Kaum Touristen die wir vorfanden und ein kompakter Stadtkern erlauben vieles "per pedes" zu erkunden. Wir haben leider weder die Neustadt noch Trakai besucht, was bestimmt auch noch einen starken Eindruck hinterlassen hätte, aber durch das Wetter und die knappe Zeit nicht darstellbar war. 

Riga ist vielleicht die Stadt, die uns insgesamt am meisten geboten hat. Einerseits die Altstadt, die wie die beiden anderen auch Weltkulturerbe ist. Andererseits aber auch die unglaublich schönen Prachtbauten des Jugendstils, die in einer Häufung vorkommen wie vermutlich nirgendwo sonst. Hinzu kam noch die bewegende Historie der Stadt im 2.WK sowie die in der Hanse. 

Tallinn`s Lage am Meer verleiht der Stadt eine Besonderheit, die keine der anderen beiden bieten kann. Man kann kilometerweit am Wasser entlanglaufen und hat auf der einen Seite die Ferne der Ostsee und auf der anderen Seite eine lebhafte sowie moderne, aber auch geschichtsträchtige Stadt. Die Altstadt mit dem Domberg und der Aussicht waren: Leider geil! 

Was aber alle bieten können ist viel Grünflächen und auch viel Natur in unmittelbarer Nähe. In allen dreien haben wir toll gegessen und weltoffene und freundliche Menschen erlebt. Außerdem war im Juni dort natürlich immer lange hell, was gerade abends noch etwas mehr Flair verbreitet. Unter dem Strich ist es also schwer eine Stadt rauszupicken. Am besten ist es, sich ein eigenes Bild aller drei zu machen.