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Sonntag, 28. Januar 2018

Reisebericht Negros Philippinen 2017


Von HK ging es weiter auf die Philippinen. Der nach Philipp II benannte Staat ist das zweitgrößte Inselreich der Erde, mit über 7000 Inseln, die sowohl über- als auch Unterwasser eine Menge zu bieten haben. Die Kultur ist ebenso vielfältig wie die Natur. Unzählige Volksgruppen gibt es hier, und nicht alle sind sich unbedingt grün. Vor allem der Glaube spaltet das Land, oder vielmehr die Leute, die meinen den Glauben für ihre Zwecke auslegen zu müssen.
Aus der Geschichte des Landes leitet sich auch eine Sache ab, die durchaus auffällig ist. Fast überall sieht man englische Schilder und Beschreibungen. Für uns als Touristen war es überraschend und angenehm zugleich. Warum ist das so? Nicht viele wissen, dass die USA in der ersten Hälfte des 20.JH Kolonialmacht waren. Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898, erklärte die Unabhängigkeitsbewegung um Emilo Aguinaldo die Unabhängigkeit, was aber von den USA nicht akzeptiert wurde. Dies führte, nach dem anschließenden Philippinisch-Amerikanischen Krieg, zur Besetzung des Landes durch die Vereinigten Staaten. Daher noch heute die Einflüsse, die sich vor allem in der englischen Sprache äußern.



Die Natur ist sicherlich eines der offensichtlichen Highlights des Landes. Die Unterwasserwelt ist vielfältig und beeindruckend. Man spricht in Taucherkreisen auch vom Korallendreieck, das zwischen unseren Ziel, Neuguinea und Indonesien liegt. In diesem Gebiet findet man die größte Artendichte weltweit, wenn es um Fisch- und Korallenarten geht. Insgesamt hat man über 4000 verschiedene Fischarten und über 1400 Korallenarten entdeckt. Zum Vergleich: In der Karibik geht man von 1400 Fischarten und unter 100 verschiedener Korallenarten aus. Da wir Indonesien inzwischen ja recht intensiv bereist haben, fiel die Wahl dieses Jahr mal auf die Philippinen, auch um mal einen Vergleich zu haben mit den hervorragenden Gebieten in Indonesien.


Meeresbewohner

Über Manila kamen wir nach Dumaguete auf Negros, allerdings nicht ohne neu einzuchecken, was aufgrund der gewählten Airlines unumgänglich war.
Am Flughafen fiel schon auf, wie viele Menschen Tätigkeiten ausführen, die hierzulande von einer Person erledigt werden könnten. Die Tickets wurden ein halbes Dutzend mal begutachtet, es gibt eigene Leute fürs Gepäck usw.  Aber beim check-in saß natürlich nur eine und ließ sich Zeit und hielt Schwätzchen... Nunja, es sollte nicht das einzige mal werden, das uns die Arbeitsmoral auffiel.
Der Flug nach Negros gestaltete sich weitestgehend problemlos. Wir wurden auch abgeholt und in ca einer Std zum Resort gebracht. Dort war es dann schon Abend und wir alle waren fertig und wollten nur etwas essen und dann in Bett. Ich fragte mich, wie es gewesen wäre, wenn wir direkt von Deutschland geflogen wären. Wir waren gerädert...
Neuer Tag, neues Glück. Die Stimmung war viel besser und wir konnten endlich auch bei Tageslicht mal die ganze Anlage bewundern. Ja, man kann wirklich von bewundern sprechen, denn hier ist vieles sehr hochwertig. Unser Bungalow, bzw Zimmer war ordentlich groß und bot Platz für alle, ohne dass wir uns auf die Füße traten. Die ganze Anlage war sehr gepflegt und der Rasen war praktisch ein englischer Rasen, so dicht und schön war er. Ich feuerte meine Schuhe in die Ecke und war die folgenden zwei Wochen nur noch barfuss unterwegs. Eine Wohltat.

Unser Zimmer

Wie immer begann ich mit einem Fotostreifzug, während die Ladies zu sich kamen. Die Anlage fällt sanft vom Eingangtor zum Meer hin ab. Der Rasen fällt sofort auf und am Rand des Grundstücks befinden sich die Bungalows verschiedener Kategorien. In der Mitte des Geländes liegt das Spa etwas versteckt, und im unteren Teil das Haupthaus mit Restaurant und Tauchbasis, sowie Pools und Bar.
Wir machten uns ans Frühstück und waren erstmal angenehm über die Auswahl und Qualität überrascht.


Die Anlage

Später checkte ich noch in der Basis ein und traf erstmals Daniel Geary, den Haus und Hof Biologen, mit dem ich im Vorfeld schon kurz Kontakt hatte. Er gab mir eine kurze Einweisung und wir kamen auf das Tauchgebiet zu sprechen. Es unterteilt sich in zwei Zonen, nämlich die Küste und Apo Island. Entlang der Hauptinsel ist es tendenziell weniger bewachsen und viele TG sind Muckdives. Es gibt ein paar Spots an denen auch Korallenbewuchs existiert, aber die sind oft künstlich angelegt. In der Mehrheit sind es eher sandige und von einzelnen Pflanzen oder Seegras bewachsene Tauchplätze.
Apo Island ist das Gegenteil mit tollen Korallen, aber darauf komme ich noch zu sprechen.



Um Apo Island

Am ersten Tag liessen wir es alle ruhig angehen. Kein Programm, nur an einem der Pools entspannen und Sonne tanken. Wir machten schnell Bekanntschaft mit den ganzen Leckereien die es dort gibt, sei es im Restaurant oder der Bäckerei. Schnell waren mal ein paar Cookies geordert, oder ein Salat und Satay Spiesse. Dazu sei gesagt, dass im Atmosphere idR nur Frühstück mitgebucht wird. Wir wollten zwar AI oder zumindest VP, aber das hätte sich nicht wirklich gerechnet. So zahlt man alles separat und wundert sich am Ende was so alles zusammenkommt. Billig ist das Atmosphere nämlich nicht. Ohnehin fiel uns auf, dass man auf den Philippinen zwar recht günstig leben kann, und es auch eine entsprechend große Auswahl an Unterkünften gibt. Wenn man jedoch etwas höherwertiges wünscht, steigt der Preis gleich exponentiell. So ist es auch mit dem Atmosphere. Die Qualität ist zwar überwiegend sehr gut, aber eben nicht in allen Bereichen. Das kulinarische Angebot beispielsweise war immer lecker und ordentlich, aber auch nicht unbedingt fine dining, wie es beworben wird. Preislich lagen wir bei den Gerichten schon eher auf heimischem Niveau, und weniger dem Niveau der Philippinen, was allerdings klar sein dürfte. Aber das nur am Rande...


Kekse... 

Die Taucherei ging am folgenden Tag los. Normalerweise werden vier TG plus ein Nachttg durchgeführt. Zusätzlich finden Ausfahrten nach Apo Island statt, wofür aber das große Boot genommen wird, was eine Mindestteilnehmerzahl erforderlich macht. Normalerweise aber geht alle 2-3 Tage eine Fahrt rüber. Die Dives an der Küste werden mit einem Motorboot durchgeführt und man ist in 5-20Min am Spot. Das Equipment wird aufs Boot gebracht und man muss sich eigentlich um nichts kümmern, wenn man nicht will. Man sollte sich für den ersten TG nicht allzuviel vornehmen, wenn man, so wie ich, nur im Urlaub taucht. Ich wollte lediglich meine Kamera testen und das war auch gut so, denn natürlich hatte ich eine Einstellung vergessen und konnte praktisch keine Bilder machen. Dennoch war es schön mal wieder im Wasser gewesen zu sein und für den nächsten TG wusste ich ja was schief gelaufen war.


Cuernos de Negros

Das Resort liegt im südlichen Teil Negros´ und ist Teil der Inneren Visayas, die außerdem noch aus den Hauptinseln Cebu, Bohol und Siquijor bestehen. Die Vegetation ist tropisch und die Ufer sind mit Palmen gesäumt. Im Hintergrund überragt der Cuernos de Negros, ein "potentiell aktiver" Vulkan die Szenerie, der für geothermale Quellen und Seen sorgt, die sich in ehemaligen Kratern gebildet haben. Außerdem gibt es noch Wasserfälle in der näheren Umgebung. Das Klima ist tropisch und wir waren offiziell in der Regenzeit dort. Geregnet hat es auch, jedoch hat es nicht gestört, denn die Regenfälle gingen idR nachts nieder. Tagsüber hatten wir zwar immer mal Wolken, aber geregnet hat es selten.
Die Mädels erholten sich im Resort aufs beste und verbrachten fast die ganze Zeit am Pool oder am Strand. Der Strand ist leider nicht sonderlich schön. Dunkel, aufgrund des vulkanischen Ursprungs, aber vor allem sehr steinig. Ohne Badeschuhe ist es ein eher ambitioniertes Unterfangen ins Wasser zu gelangen, aber das Wasser ist dafür sauber und schön.

Der Strand

Die Taucherei verlief anfänglich etwas holprig. Ich bekam einen Buddy zugeteilt, der zwar eine riesen Krake an Kamerausrüstung dabei hatte, aber sich nicht an die Etiquette unter Wasser hielt. Meist drängelte er sich vor um zu fotografieren und nahm keine Rücksicht auf die restlichen Taucher. Auch die Tarierung war nicht sonderlich, dafür aber war seine Flasche so schnell leergesaugt, während meine noch halb voll war. Somit wurden die TG auch für die Guides nicht entspannt und ich sah mich nach dem dritten TG mit ihm gezwungen, mit der Basisleitung zu sprechen um klar zu machen, dass ich nicht mehr mit ihm tauchen wollte. Das wurde auch anstandslos umgesetzt und ab da lief es rund. Der neue Guide, Saimon, war top und auch die Spots entsprachen mehr meinen Wünschen, nämlich Muck. Ich hatte gesagt, dass ich hauptsächlich Critter fotografieren wollte und das wurde, auch aufgrund der wenigen Taucher, gut berücksichtigt. Ohnehin hatte ich fast eine Woche die Guides völlig für mich allein. Somit konnte ich nicht nur die Spots auswählen, sondern auch die Zeiten aktiv mitbestimmen. Daniel kam auch einige male mit und gab mir, neben einigen Tipps zu Fotoeinstellungen, auch seinen Diopter um die kleinen Viecher ordentlich ins Bild zu bringen. Wie überall sonst, gibt es auch dort verschiedene Saisons. Wir befanden uns in der Zeit mit generell etwas geringerer Vielfalt. Schnecken waren weniger vertreten und auch bestimmte Critter, dafür gab es vermehrt Frogfische, die Daniels besonderes Steckenpferd sind. Wir haben auch etliche Jungtiere verschiedener Frogfische erleben dürfen. Daniel gehört sicherlich zu den fähigsten und besten Feldforschern, was Frogfische angeht. Sein Studium befasste sich in vielen Teilen mit ihnen und er meint, dass diese Gegend zu denen mit höchster Dichte und Vielfalt gehört.




Auf den ersten beiden Bildern sieht man Frogfische, davon ein
Jungtier, das auf einer 2€ Münze bequem Platz hätte

Seine Begeisterung für die Unterwasserwelt teilt er auch gerne mit den Gästen, die er ein- bis zweimal wöchentlich zu kleinen Vorträgen über verschiedene Themen einlädt. Einer dieser Vorträge befasst sich mit den Frogfischen, ein weiterer mit Apo Island. Er erzählt über die Geschichte der Insel und deren Bewohner, die überwiegend Fischer sind, und alles leerräumten was es in der Gegend gab. Die Fangquoten gingen daraufhin ständig zurück und die Fischer verzweifelten. Ein Wissenschaftler trat an die Bewohner heran und erklärte Ihnen wie man das Problem angehen kann. Somit entstand das Schutzgebiet um die Insel mit verschiedenen Zonen, von denen in einigen ein komplettes Fangverbot herrscht. Die Zeit gab dem Wissenschaftler recht und die Biomasse nahm wieder zu; die Fischer hatten verstanden. Heute ist die Insel das blühende Leben, jedoch gibt es jetzt recht viel Bootstouristen, die auch eine gewisse Belastung darstellen. Wir hatten bei unserer Fahrt dorthin jedenfalls das Gefühl, das zwar kontrolliert wird, aber auch gerne eine hohe Auslastung gefahren wird. Die Korallengärten sind intakt und blühen in verschiedenen Farben. Es gibt teilweise gigantische Schildkröten verschiedener Arten, die kaum Scheu vor Menschen haben. Die Insel ist aber sicher ein gutes Beispiel für viele andere Regionen und zeigt, dass Fischfang und Naturschutz sich nicht ausschließen müssen.




Apo Island

Das Resort bietet auch Yoga an. Für uns war es als leidgeplagte Rückenpatienten, eine gute Option uns mal zu recken uns zu strecken. Dafür vorgesehen ist ein Baumhaus mit Blick aufs Meer. Dort oben weht immer eine Brise und die ganze Atmosphäre trägt zur Entspannung bei. Wir hatten ein paar Sessions und haben uns in die Welt des Yogas begeben, was gar nicht mal schlecht war. Wenn man keine Ahnung hat, neigt man dazu sowas total falsch einzuschätzen, aber ich kann nun sagen, dass es teilweise echt anstrengend ist. Man glaubt gar nicht wo man überall Muskeln hat, die eigentlich total verkümmern weil wir uns zu einseitig belasten. Auch das Spa haben wir ein paarmal besucht. In einem eingewachsenen Garten gibt es einige Pavillons in denen die Behandlungen durchgeführt werden. Auch hier können wir eine tolle Qualität bescheinigen und, obwohl recht teuer, ist es ein schönes und entspannendes Erlebnis.


Baumhaus und Spa

In den zwei Wochen vor Ort war ich, wie gesagt, etwa eine Woche lang der einzige Taucher. Die Privilegien, die so etwas mit sich bringt, liegten auf der Hand. Die Zeit der Ausfahrten waren sehr flexibel, obwohl ich doch meist zum 10h TG anwesend war. Auch die Auswahl der Spots, bzw anhand der Vorlieben des Gastes, war einfach. Ein weitere Punkt war, die Dauer der TG. Normalerweise sind die TG relativ straff getaktet, wenn das Atmosphere gut besucht ist. Das erlaubt eine maximale Zeit von 60 Min. Die Umstände erlaubten es aber, dass ich auch 70-80 Min tauchen durfte. Wirklich sehr angenehm.

Die Tauchbasis

In der Nähe des Resorts gibt es einen Spot, an dem zur Dämmerung Mandarin Fische auftauchen. Bislang hatte ich erst einmal das Vergnügen welche zu sehen und deshalb machte ich einen solchen DämmerungsTG mit. Nach einer kurzen Bootsfahrt stiegen wir ins Wasser und, obwohl es noch relativ hell war, war es Unterwasser doch schon recht duster. Wir konnten uns noch recht problemlos ohne Lampen orientieren, aber um etwas zu erkennen, brauchte es schon Licht. Da aber die Mandarinfische eher lichtscheu sind, behilft man sich mit roter Folie über den Lampen, um die Fische weniger zu stören. Der Ort mit den Mandarinfischen ist eigentlich eher ein Korallenfriedhof. Es liegt viel Geröll herum, der den Fischen tagsüber allerdings Schutz vor Räubern bietet. Zur Dämmerung kommen sie hervor und die Männchen versuchen die Weibchen mit ihren farbenfrohen Mustern und Balztänzen zu beeindrucken. Saimon entdeckte schon bald die ersten, doch die waren noch zurückhaltend und versteckten sich schnell zwischen den abgestorbenen Korallen. Aber mit zunehmender Zeit wurden sie auch etwas zutraulicher und so gelangen mir ein paar passable Schnappschüsse.

Mandarinfisch

Wer uns kennt, weiss, dass wir recht entdeckungsfreudig sind. Im Laufe der Tage vor Ort regte ich immer wieder an, das wir doch mal die Umgebung erkunden und den einen oder anderen Ausflug machen sollten. Leider liess der Tatendrang doch etwas zu wünschen übrig, und so wurde ich ständig vertröstet. So lange bis der Tag der Abreise kam und wir am Ende doch nicht draußen waren. Zur Verteidigung muss ich jedoch sagen, dass in der Umgebung überwiegend Wasserfälle und Urwald zu sehen sind. Nichts, was wir nicht schon mehrfach gesehen haben. Ich wäre gerne nach Siquijor gefahren, jedoch ist das eine recht zeitintensive Tour, die an einem Tag nur sehr komprimiert möglich ist.
Somit verbrachten wir auch die letzten drei Tage, an denen ich nicht mehr tauchte, im Resort, in und um den Pool. Wir lümmelten uns auf den gemütlichen Liegen, ließen uns an der Poolbar mit leckeren Kleinigkeiten verwöhnen, lasen Bücher und beobachteten die Gruppe, die einige Tage zuvor ihren Tauchlehrerkurs begonnen hatte. Die Basis ist nämlich auch ein CDC (Creer Development Centre) in dem man sich auf einen professionellen Werdegang hin ausbilden lassen kann. Die Schüler absolvierten Dutzende Übungen im Pool, im Meer und auch an Land. Vieles von dem was man auch in der Tauchausbildung generell kennenlernt, nur eben aus der Sicht eines Ausbilders.


Am Pool

Was bleibt also rückblickend? Das Resort lässt kaum Wünsche offen. Die Menschen die dort arbeiten sind herzlich und immer hilfsbereit. Auch wenn man sich über Effizienz streiten kann: Wir waren in Urlaub und auch unsere Uhren liefen langsamer. Es tut auch mal gut einen Gang zurückzuschalten und sich zu erholen. Man bezahlt die Annehmlichkeiten, die die Anlage bietet mit. Es ist teurer als so ziemlich alles in der Umgebung, aber dafür muß man sich auch keine Gedanken machen. Die Taucherei entsprach nicht ganz meinen (hohen) Erwartungen. Die Basis ist toll organisiert und auch die Guides etc sind klasse. Jedoch war das Tauchgebiet Lembeh oder Triton Bay nicht ebenbürtig. Dazu sei aber gesagt, dass ich mein Augenmerk überwiegend auf Critters gerichtet habe. Wer aber Korallen und Vielfalt erwartet, sollte definitiv woanders hinfahren, denn Apo Island wird nicht jeden Tag angefahren und kostet, ab dem zweiten mal, extra.



Donnerstag, 28. Dezember 2017

Reisebericht Hongkong 2017

Hongkong... die Metropole der Suzy Wong und lange Zeit das Tor zum Reich der Mitte. Eine Stadt, die mich schon ab dem ersten Mal, als ich über sie las, faszinierte. Damals war es das Buch Noble House, von James Clavell, das mir die Intensität und besonderen Eigenarten der Menschen dort näher brachte. Gelesen hatte ich das Buch vor über 30 Jahren und noch immer halte ich es für eines der besten über diese Stadt.



Dieses Jahr fuhren wir zum zweiten mal hin. Es sollte die erste Etappe unserer diesjähringen Reise in den fernen Osten werden. Es fing schonmal gut an, denn als wir am Airport ankamen war gar nichts los. Wir checkten an einem der Automaten ein, und begaben uns an den Drop-off Schalter, was insgesamt etwa 10 Minuten dauerte. Zwei Leute vor uns und als ich mich umdrehte, sah ich eine Gruppe mit bestimmt 20-30 Leuten hinter uns. Was ein guter Start.
Ankunft in HK war schon weniger gut, denn der Tochter ging es schlecht. Vermutlich eine Blasenentzündung und auf der ganzen Fahrt ins Hotel, dem Harbour Grand Kowloon, Tränen. Unsere frühe Ankunft war nicht förderlich, denn freie Zimmer sollte es frühestens um 11h geben, wir hatten 9h... Auf Anfrage ob denn nichts zu machen sei wegen des Kindes, gab es nur ein Schulterzucken. Als wir nach einer Apotheke fragten, lernten wir auch eine erste Eigenart der Stadt kennen. Öffnungszeiten für Geschäfte: erst um 10h... Also wieder gewartet bevor ich dann ein Antibiotikum bekam (natürlich ohne Rezept). Das Hotel liegt in Whampoa/Hung Hom, ein Stadtteil, der sich vor allem durch eine Sehenswürdigkeit auszeichnet, dem Whampoa Einkaufszentrum.

Whampoa

In der Zwischenzeit hatte Frau mit einer Dame am Empfang gesprochen und diese hat sofort reagiert und Lea ein Einzelzimmer bis zum regulären Check-in gegeben in dem sie sich ausruhen konnte. Das war mal ein toller Service.
Nachdem wir Lea einquartiert hatten, ließen wir sie erstmal im Zimmer schlafen und wollten uns etwas zu Essen holen. Weit kamen wir jedoch nicht und so endeten wir bei McDonalds, wo wir die zweite Eigenart der Stadt erlebten. Die Karte sah nahezu komplett anders aus und bis auf den Hamburger und Cheesburger war mir praktisch alles unbekannt. Offenbar eine sehr regionale Ausrichtung. Naja, also zwei Cheesys genommen und zur Frau, die im Mc Café saß und ihren Latte schlürfte. Der war gar nicht schlecht und ich wollte mir dann auch einen holen. Also angestellt und gleich mal mit "Ni Hao" getrumpft, bevor ich komplett die Souveränität verlor. Die nette Dame hinterm Counter fing an in einem kantonesisch-englischen Singsang zu Antworten und ich verstand nur noch "hotdog" und wiederholte es artig. "Schön", dachte ich, "das ist also der kantonesische Name für einen Latte". Hinter mir, meine Frau sich schon gekugelt und mit Tränen in den Augen, während ich sie hilflos ansah. "Hot or cold", sagte sie mir, und verschluckte sich fast dabei vor Lachen.
Ja, die Aussprache ist dort offenbar sehr kantonesisch, auch wenn die Bürger englisch sprechen. Es hört sich alles komplett frei von Modulationen an, wie wir es kennen, und die Tonmelodie ist auch anders. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen.

Kreuzung in New Kowloon

Nachdem wir in unser Zimmer gezogen waren und Lea medizinisch versorgt hatten, schlief sie erstmal und wir konnten uns auf den Weg machen. Die MTR, die U-Bahn, hat inzwischen ein wirklich gutes Netz und mit der Octopus-Card, die unbedingt zu empfehlen ist weil sie nicht nur für alle Verkehrsmittel verwendet werden kann, sondern auch zum bezahlen in Läden, auch noch ein simples Bezahlsystem. Wir fuhren nach New Kowloon. Dort gibt es den Nan Liang Garden, der wirklich sehenswert ist. Inmitten der Hochhausschluchten befindet sich ein toll angelegter Park mit akkurat geschnittenen Bäumen und Sträuchern, Pagoden, Tempeln und Teichen. Diese Weitläufigkeit und künstlerische Anmutung stand in vollständigem Gegensatz zur Enge und überfüllten Welt außerhalb der Parkzäune. Auch das nebenan gelegene Chi Lin Kloster, das direkt angrenzt, ist einen Besuch wert.




Nan Liang Gardens und Chi Lin Kloster

In Laufnähe liegt der Wong-Tai-Sing Tempel, der offenbar sehr beliebt ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass er im Volksmund "alle Wünsche wahr werden lässt". Er ist auch nach Regeln des Feng Shui gebaut, in dem alle Elemente der chinesischen Mythologie Verwendung finden. Für uns "weiße Teufel" allerdings war es mehr ein Erlebnis zu sehen wie sich die Einheimischen in ihrem privaten Umfeld verhalten.




Wong Tai Sing Tempel

Das "El Mercado" in Wan-Chai ist ein japanisch/peruanisches Restaurant, das uns beim Stöbern aufgefallen war. Wie schon im Lissabon Reisebericht erwähnt, scheint die peruanische Küche grade dabei, die kulinarische Weltherrschaft zu erobern. Wir jedenfalls wurden nicht enttäuscht und hatten ein leckeres Abendessen, das neben der klassischen Ceviche, u.a. auch aus Steak und einem hervorragenden Roseneis bestand.


Am Star Ferry Pier

Tsim Tsa Tsui mit dem Star Ferry Pier und dem Peninsula Hotel um die Ecke dürfte wohl eines der bekanntesten Ziele in Kowloon, wenn nicht in ganz HK, sein. Von dort gelangt man, ganz old-school, mit der Fähre nach HK Island. Es gibt vom Pier eine Überführung, die in diverse der Hochhäuser abzweigt und einen bis zur Des Voeux Rd bringt, wo die berühmten Ding Dings fahren. Das sind die doppelstöckigen Straßenbahnen, die von Ost nach West, und wieder zurück, verkehren.


 

Peninsula Rolls Royce und Eindrücke aus Tsim Tsa Tsui

Wenn man sich HK anschaut, so fällt einem eine Sache auf. Es gibt unheimlich viele Hochhäuser. Dabei meine ich nicht nur die Skyline von HK Island, sondern auch viele Wohntürme, die man schon beim Verlassen des Flughafens bemerkt. Sie säumen die Stadtautobahnen und selbst wenn man in die neueren Stadtteile wie Sha-Tin fährt, ist das nicht anders. Zwar ist die NY Skyline sicherlich die berühmteste der Welt, aber in Bezug auf Hochhäuser ist HK in vielen Punkten Rekordhalter. Über 1300 Wolkenkratzer (über 100m hohe Gebäude) gibt es hier. Davon sind 316 über 150m hoch. Das höchste ist das ICC in Kowloon mit 484m und wenn man alle Hochhäuser stapeln würde, käme man auf 333km. Das schafft nicht einmal NYC. Es leben mehr Menschen oberhalb eines 15. Stockwerks als irgendwo anders auf der Welt. Das schönste Hochhaus für mich, steht aber schon eine Weile. Es ist das BOC Gebaüde.

BOC

Unser Ziel heute sollte The Peak werden. Aufgrund der Zeit, die ein solches Vorhaben erfordert, wollten wir uns für hinterher erstmal nichts vornehmen. Wir liefen also los und ließen uns von der Betriebsamkeit in Central einfangen. Es war voll von Menschen die ihre Mittagspause hatten, die in die ganzen Luxusboutiquen und Malls liefen, oder einfach nur auf ein Taxi warteten oder auf die Ding Ding. Man merkte dabei den englischen Einfluss, denn selbst an den Haltestellen bildeten sich immer Schlangen, die vorbildlich, in Reih und Glied standen. Schön waren auch die kleinen Gärten zwischen den Bankentürmen, und dann erschien uns auf einmal die Kathedrale St. John, die wirkte wie aus einer anderen Zeit. Wir gingen hinein, auch um dem Rummel zu entfliehen und erlebten einen schönen und andächtigen Ort, der auch ganz woanders hätte sein können.


St. John´s

In der Nähe fährt die Peak Tram, eine Standseilbahn, den Hügel hinauf und bringt einen zur Aussichtsplattform. Es schien als wäre nicht viel los, und so stellten wir uns an. Kathrin wollte mal sehen wo denn die Bahn losfährt und kam wenig später etwas konsterniert zurück. Es wäre noch eine Weile und wir beschlossen mal zu warten wie schnell es voranging. Dabei kamen wir mit zwei Leuten vor uns ins Gespräch, von denen sich herausstellte, dass sie deutsch sprachen. Es entwickelte sich ein ganz nettes Palaver und als wir feststellten, dass es noch bestimmt ne halbe Std bis Stunde dauern würde, fiel uns der Taxistand ins Auge. Dort stand etwas von 60HKD bis zum Peak. Wir verglichen mit den Preisen für die Bahn, und siehe da: die 32HKD pro Nase, einfache Fahrt waren teurer als das Taxi. Für uns war es ein no-brainer mit der Cab zu fahren und wir fragten, ob die beiden mitwollten und wir den Preis somit halbieren könnten. Kurzentschlossen sagten sie zu und wir konnten unser Gespräch in der Droschke fortsetzen.
Oben angekommen standen sogar nur 55HKD auf dem Taxameter und somit waren alle happy. Man kommt an einer Haltestelle für Busse und Taxis an, die unter einer kleinen Mall liegen. Dabei handelt es sich weder um die Terrace 428, noch um den Peak Tower. Man muss aus dem Gebäude raus und einfach den Menschen folgen, dann sieht man beides nach kurzer Zeit. Wir beschlossen nicht auf die kostenpflichtige Terasse zu gehen, und wählten stattdessen den Findlay Path, rechts vom Tower, mit seinem Lion Pavilion, um die Aussicht zu genießen. Dort oben fiel mir auf, dass ich in HK noch keinen Tag Sonne gesehen hatte, auch während meines ersten Aufenthalts dort. So war es auch an jenem Tag und obwohl der Ausblick schön war, fehlte irgendwas. Die Zeit, die ein Besuch des Peaks erfordert, ist nicht zu unterschätzen und wir beließen es dabei, auch weil wir abends noch einen Essenstermin hatten.


Harte Liebe HK

Wir trafen uns mit Freunden zum Essen und hatten sie gebeten, lokale Küche zu wählen. Ausgewählt hatten sie dann das Summer Palace. Die Wiedersehensfreude war groß und es gab viel zu erzählen. Wie in China üblich, brachten wir natürlich eine Aufmerksamkeit mit, wissend, dass sie das Geschenk nicht vor unserer Augen öffnen würden, um das Gesicht nicht zu verlieren wenn es ihnen nicht gefiel. Umgekehrt taten wir es ihnen gleich, und öffneten unsere Geschenke auch erst im Hotel. Es ist ohnehin ratsam, sich mit den Sitten und Gebräuchen etwas vertraut zu machen. So war ich später gewappnet, als es hieß, dass wir eingeladen wären. Ich entgegnete, dass ich es nicht annehmen könnte und es hieß im Gegenzug, dass sie drauf bestünden. Daraufhin bedankten wir uns und sprachen unsererseits eine Einladung für das nächste mal aus. Sicherlich haben wir nicht in allen Punkten der chinesischen Etikette entsprochen, aber wir haben uns auch nicht komplett daneben benommen.
Das Essen war... chinesisch... Nicht unbedingt das auf europäische Geschmacksnerven angepasste chinesische Essen und deshalb etwas ungewohnt. Gereicht wurde alles auf den typischen, runden Tischen mit ihrem drehbaren Mittelteil. So konnte jeder von allem kosten und es gab keine Probleme beim Erreichen der Speisen. Die Pekingente z.B. war richtig gut. Sie ist weniger fett als bei uns und die Haut ist unglaublich knusprig. Wir hatten u.a. auch eine Suppe, die u.a. hundertjährige Eier enthielt. Was ich früher für undenkbar hielt zu essen, entpuppte sich als gar nicht so schlecht. Ohnehin war es kulinarisch durchaus eine Weiterentwicklung für uns. Im Laufe des Abends unterhielten wir uns auch über Besonderheiten der lokalen Küche und kamen auf Durian, oder auch Stinkefrucht. Mit den Ausdünstungen der Pflanze hatten wir bereits Bekanntschaft gemacht und uns auch nicht getraut sie mal zu probieren. Wir wollten wissen ob die Frucht auch nach Verarbeitung stinke, was wohl der Fall ist, aber im Mund nicht so schmecke wie es riecht. An jenem Tag nahm ich die Herausforderung an und probierte ein Durian Dessert. Es war nicht wirklich umwerfend, aber auch nicht schlecht. Sicherlich nicht etwas, das ich nochmal essen muss, aber eine Erweiterung des kulinarischen Horizonts war es allemal.

Nachts im Financial District

Später spazierten wir noch durch den Financial District der Insel und erreichten eine Rooftopbar, Sevva, direkt in Central HK mit einem tollen Blick auf einige der bekanntesten Hochhäuser und
dem ehemaligen Legislative Council Gebäude.

Seeva

Wenn man abends, bzw. nachts, mit der MTR fährt, bietet sich ein völlig anderes Bild. Zumindest ein Bild, das man von einer quirligen Weltmetropole nicht unbedingt erwartet hätte. Aber seht selbst:

Nix los...

Der folgende Tag brachte wieder keine Veränderung in Bezug auf Lea und ich kann vorwegnehmen, dass sie in den drei Tagen in HK, nicht einmal wirklich raus konnte. Bis auf einen kurzen Walk um das Hotel oder auf die Dachterrasse, war nicht mehr drin. Somit konnte sie auch nicht von einer "Premiere" profitieren: Es schien die Sonne vom blauen Himmel. Ein völlig anderes Bild bot sich uns und nachdem wir den Vormittag gemütlich angegangen waren und mit Lea gefrühstückt hatten, zogen wir irgendwann los.

Noble House

Auf HK Island stärkten wir uns in einem Deli, der witzigerweise im Jardine House, dem fiktiven Firmensitz der Verfilmung des Noble House lag. Unser Ziel waren die Mid-Levels-Escalators, die wir an der Jubilee St bestiegen. Diese Rolltreppe verbindet den Stadtteil Central mit den ganzen Büros und Geschäften, mit dem am Hang liegenden Wohngebiet Mid Levels. In mehreren Abschnitten werden insgesamt 135 Höhenmeter überbrückt und mehr als 800m Länge überbrückt. Dies macht Sinn, denn die Hänge der "Mid-Levels" sind ziemlich steil. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Beförderungssystem die Lebensqualität der Bewohner stark verbessert hat.



Die Strassen von HK

Auf Höhe der Hollywood Rd, verließen wir die Rolltreppe, die während des morgens übrigens nur runter fährt, und begaben uns auf selbiger in westlicher Richtung. Die Straßen dort sind schon recht eng und steil dazu, so dass es überall zu Beeinträchtigungen im Verkehr kommen kann. Es ist ohnehin erstaunlich wie eine solche Stadt den ganzen Verkehr bewältigt. Zu Stoßzeiten geht teilweise fast gar nichts, obwohl wirklich viele Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen, bzw ist der Erwerb und die Haltung eines Kfz exorbitant teuer. Auch darüber lässt sich das Verkehrsaufkommen steuern. Was offensichtlich ist, ist die enorme Anzahl an elektrischen Fahrzeugen. Insbesondere hochpreisige Modelle eines amerikanischen Herstellers waren uns so oft aufgefallen wie nirgends zuvor. Nach dem Taxigespräch vom Vortag wussten wir auch woran das liegt. E-Autos unterliegen keiner (oder zumindest einer deutlich niedrigeren) Luxussteuer und sind somit wiederum viel erschwinglicher als gleichteure Autos mit Verbrennungsmotor bei uns.

Hollywood Rd

Auf der Hollywood Rd befinden sich viele kleine Galerien, Shops und kleine Bars/Restaurants. Alles todschick und einladend, weshalb wir uns auch nicht widersetzten, und in einem Laden für gesundes Essen, namens Fresca, einkehrten. Auch hier scheint sich ein Trend zu bewusster Ernährung abzuzeichnen. Moderne und Konsumbewusste Menschen achten viel mehr auf das was sie kaufen, wenn sie es sich leisten können. Wir jedenfalls haben dort unsere Mittagspause gehabt und durchaus lecker gesnackt.
Weiter ging es zum berühmten Man-Mo Tempel, der ganz in der Nähe liegt. Inmitten der Mid-Levels mit ihren Wohntürmen hat sich ein kleines Refugium buddhistischen Glaubens bewahrt und fällt vor allem durch seine Unauffälligkeit auf. Die flache Bauweise mit den traditionellen Dachsparren und grünen Schindeln bilden einen schönen Kontrast zu den ganzen schnörkellosen, grauen und weißen Häusern drumherum. Drin ist man dann wieder in einer anderen Welt. Tradition und Religion geben den Ton an, und man hat das Gefühl, die schweren Holzpforten und die Schriftzeichen darüber verbieten der modernen Welt den Eintritt. Überall hängen Räucherstäbchen bzw Räucherpyramiden mit kleinen Zetteln von den roten Holzbalken, die die Wünsche der Gläubigen gen Himmel tragen sollen und hoffentlich ein glückliches Erdendasein ermöglichen. Es ist ohnehin alles in rot und gold gehalten und mit den Götterfiguren erfasst einen eine gewisse Ehrfurcht.



Man Mo Temple

Kathrin fühlte sich nicht sonderlich. Ihr war das hundertjährige Ei auf den Magen geschlagen und sie wollte zurück ins Hotel. Deshalb nutzten wir die Gelegenheit und fuhren mit einer Ding-Ding bis Kathrin aussteigen konnte und ich entschloss mich kurzerhand nochmal hoch zum Peak zu fahren und noch ein paar Bilder zu machen.

Ding Ding

Oben hatte ich Glück. Es war zwischenzeitlich etwas zugezogen, jedoch lichteten sich die Wolken während meiner Fotoreihe und ich bekam einige gute Bilder hin.


Victoria Peak

Als ich schon zum Taxi lief, bemerkte ich, dass an der Tram nichts los war und so entschloss ich mich damit runter zu fahren. Das war goldrichtig, denn als ich die Bahn nach Kowloon nahm, stellte ich fest, dass es Zeit für den Sonnenuntergang war. Somit bin ich auch noch zum Star Ferry Pier gelaufen und habe einen wundervollen Übergang vom Tag zum Abend erlebt und dazu noch einige brauchbare Bilder machen können.


Peak Tram

Mit dem hoteleigenen Shuttle konnte fuhr ich auch noch zur Unterkunft um festzustellen, dass meine beiden Ladies nicht fit waren. Keine fühlte sich in der Lage essen zu gehen und so musste ich den reservierten Tisch absagen und habe mir etwas aufs Zimmer kommen lassen.
Am folgenden Tag war unser Aufenthalt in HK auch schon vorbei. Wir checkten früh aus und wurden bei Morgengrauen zum Flughafen gebracht. Eine gute Zeit, wie sich herausstellte. Die Stadt schlief noch (gut, wenn man erst um 10h anfangen kann alles zu erledigen wundert mich das nicht) und so kamen wir ganz gut voran. Der Taxifahrer war auch sehr auskunftfreudig und erklärte mir einige Sachen, die ich fragte. So wird z.B. derzeit der Hauptbahnhof für Züge nach Festland China gebaut, und auch die lange geplante und gebaute Brücke nach Macao, die die Reisezeit von über 4 Std auf ungefähr 45 Min reduzieren soll, ist fast fertiggestellt. Kurz bevor man den Flughafen erreicht, sieht man die enormen Ausmaße, die dieses Projekt hat.
Was bleibt also? Das Lea drei Tage praktisch nicht aus dem Zimmer konnte, ist unheimlich schade, denn sie hatte sich darauf gefreut einen neuen Ort kennenzulernen. Von den persönlichen Umständen aber mal abgesehen, war es wieder eine schöne Erfahrung. Interessant ist der Bruch, den man zwischen den Festlandterritorien und HK Island erlebt. Auf dem Festland lebt es sich mehr "chinesisch", war mein Eindruck. Central und der ganzen Finanzdistrikt spiegelt hingegen noch vieles von der Kolonialmacht England wieder und ist sehr international. Es ist schon zutreffend, wenn man vom Tor nach China spricht. Das die Regierung in Peking hier eine Sonderverwaltungszone eingerichtet hat, war  eine logische Konsequenz und rückblickend auch sehr weise.